Wechselmodell Standard — warum müssen Eltern dafür kämpfen?

Zwei Eltern. Zwei Zuhause. Beide kümmern sich um ihr Kind. Trotzdem gilt in Deutschland meist noch das Residenzmodell als Standard. Warum eigentlich?

Zwei Eltern. Zwei Zuhause. Beide kümmern sich um ihr Kind. Trotzdem gilt in Deutschland meist noch das Residenzmodell als Standard. Warum eigentlich?

„Der Stiefvater stellt mehr Regeln auf als die leibliche Mutter.“ Der Kommentar einer Ehefrau aus Rheine macht auf ein Problem aufmerksam, das viele getrennte Eltern kennen: Rechtliches Sorgerecht und tatsächliche Mitbestimmung sind oft nicht dasselbe.

„In den letzten 2 Jahren hatte ich 18.000 € an Anwalts- und Gerichtskosten.“ Der Bericht eines Vaters aus Mainz zeigt, wie teuer der Weg zu mehr Zeit mit dem eigenen Kind werden kann. Wer für ein Wechselmodell kämpft, landet oft in einer Schuldenfalle, während Wohnkosten und Kredite kaum berücksichtigt werden.

„Würde ich vermutlich als Frau nicht anders machen – bei dem finanziellen Anreiz.“ Dieser Kommentar lenkt den Blick auf ein selten diskutiertes Problem: Schafft das Unterhaltsrecht finanzielle Anreize, die Kooperation zwischen Eltern erschweren?

„In der heutigen Rechtsprechung zählen nur die Übernachtungen.“ Ein Kommentar unter unserer Petition bringt das unfaire Paradoxon auf den Punkt. Wer sein Kind tagsüber intensiv versorgt, Hausaufgaben macht und Arzttermine wahrnimmt, gilt rechtlich oft nur als „Umgangselternteil“ und zahlt den vollen Barunterhalt. Warum wir eine Reform brauchen, die echte elterliche Verantwortung anerkennt, statt nur Betten zu zählen.