Wechselmodell Standard — warum müssen Eltern dafür kämpfen?

Zwei Eltern. Zwei Zuhause. Beide kümmern sich um ihr Kind. Trotzdem gilt in Deutschland meist noch das Residenzmodell als Standard. Warum eigentlich?

Zwei Eltern. Zwei Zuhause. Beide kümmern sich um ihr Kind. Trotzdem gilt in Deutschland meist noch das Residenzmodell als Standard. Warum eigentlich?

„Der Stiefvater stellt mehr Regeln auf als die leibliche Mutter.“ Der Kommentar einer Ehefrau aus Rheine macht auf ein Problem aufmerksam, das viele getrennte Eltern kennen: Rechtliches Sorgerecht und tatsächliche Mitbestimmung sind oft nicht dasselbe.

„Würde ich vermutlich als Frau nicht anders machen – bei dem finanziellen Anreiz.“ Dieser Kommentar lenkt den Blick auf ein selten diskutiertes Problem: Schafft das Unterhaltsrecht finanzielle Anreize, die Kooperation zwischen Eltern erschweren?

„In der heutigen Rechtsprechung zählen nur die Übernachtungen.“ Ein Kommentar unter unserer Petition bringt das unfaire Paradoxon auf den Punkt. Wer sein Kind tagsüber intensiv versorgt, Hausaufgaben macht und Arzttermine wahrnimmt, gilt rechtlich oft nur als „Umgangselternteil“ und zahlt den vollen Barunterhalt. Warum wir eine Reform brauchen, die echte elterliche Verantwortung anerkennt, statt nur Betten zu zählen.

560 € Unterhalt plus 259 € Kindergeld auf der einen Seite — Fahrtkosten, Verpflegung und Wohnraum auf der anderen. Warum das aktuelle System umgangsberechtigte Eltern systematisch ausblutet und wie wir mit der Petition für eine pauschale Anerkennung von Umgangskosten kämpfen.