News  ·  29. September 2026  ·  Finanzen

Was kostet ein Kind pro Monat wirklich? – Die Frage, die niemand offiziell stellt

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Kurz zusammengefasst

Wie viel kostet ein Kind tatsächlich im Monat? Diese Frage klingt einfach, lässt sich aber nicht mit einer einzigen offiziellen Zahl beantworten. Es gibt steuerliche Werte zum Kinderexistenzminimum und die Bedarfssätze der Düsseldorfer Tabelle. Beide dienen bestimmten rechtlichen Zwecken, sind aber keine vollständige monatliche Haushaltsrechnung eines Kindes.

Deshalb fragt FairBessern die Menschen, die den Alltag tatsächlich erleben: Was kostet euer Kind? Welche Ausgaben fallen regelmäßig an? Und wie viel davon wird durch Unterhalt, Kindergeld und die eigenen Beiträge der Eltern abgedeckt?

Die dritte Frage ist vielleicht die wichtigste

In den vergangenen Tagen haben wir zwei Fragen gestellt.

Die erste lautete: Wie viel Unterhalt zahlt ihr eigentlich?

Menschen haben ihre persönlichen Zahlen geteilt. Beträge, die jeden Monat das Konto verlassen. Beträge, die nach der Überweisung noch übrig bleiben. Geschichten von Eltern, die sich in diesen Zahlen wiedererkennen.

Die zweite Frage lautete: Welche Höhe an Unterhalt wäre für euch gerecht?

Auch darauf kamen unterschiedliche Antworten. Von Menschen, die Unterhalt zahlen. Von Eltern, bei denen die Kinder überwiegend leben. Und von Menschen, die selbst Erfahrungen mit Trennung und Unterhaltszahlungen gemacht haben.

Heute geht es um die dritte Frage.

Und vielleicht ist sie die grundlegendste von allen:

Was kostet euer Kind pro Monat wirklich?

Nicht der Tabellenbetrag. Nicht der Unterhalt.

Gemeint ist diesmal nicht der Betrag, der in der Düsseldorfer Tabelle steht.

Auch nicht die Summe, die ein Jugendamt berechnet oder die ein Gericht als Unterhalt festlegt.

Wir wollen wissen, was ein Kind im tatsächlichen Alltag kostet.

Was landet jeden Monat wirklich auf der Ausgabenseite?

Lebensmittel. Kleidung. Schuhe. Schulmaterial. Hobbys. Freizeit. Fahrten. Klassenfahrten. Geburtstagsgeschenke für Freunde. Vereinsbeiträge. Ausflüge. Medikamente. Betreuung. Vielleicht ein Fahrrad. Irgendwann ein Schreibtisch. Ein Bett. Ein Computer für die Schule.

Und dann gibt es Ausgaben, die nicht jeden Monat entstehen, aber trotzdem zum Leben eines Kindes gehören.

Die neuen Schuhe, weil die alten plötzlich zu klein sind.

Der Rucksack, der nach zwei Schuljahren kaputtgeht.

Die Klassenfahrt, die mehrere hundert Euro kostet.

Das neue Fahrrad.

Die Winterjacke.

Der Zahnarzttermin.

Das Geburtstagsgeschenk.

Ein Kind lebt nicht in einer monatlichen Tabelle.

Es lebt in einem Alltag, in dem Kosten entstehen.

Was sagt das offizielle System eigentlich?

Hier wird es interessant.

Denn eine amtliche Zahl für die Frage „Was kostet ein Kind wirklich?“ gibt es nicht.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Staat keine Werte für den Bedarf von Kindern verwendet.

Das steuerliche Existenzminimum bildet eine wichtige Grundlage. Für 2026 weist das Bundesfinanzministerium für ein Kind ein sächliches Existenzminimum von 3.414 Euro jährlich aus. Hinzu kommen 1.464 Euro jährlich für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf. Zusammen ergeben diese steuerlichen Freibeträge 4.878 Euro pro Kind und Jahr.

Das entspricht rechnerisch 406,50 Euro im Monat.

Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt:

406,50 Euro sind nicht „die Kosten eines Kindes“

Der steuerliche Kinderfreibetrag dient der steuerlichen Freistellung des Existenzminimums und des Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarfs. Er ist keine amtliche Durchschnittsrechnung darüber, was Eltern tatsächlich jeden Monat für ein Kind ausgeben.

Auch die Düsseldorfer Tabelle verfolgt einen anderen Zweck. Sie dient der Ermittlung beziehungsweise Orientierung beim Kindesunterhalt. Ihre Bedarfssätze berücksichtigen das Alter des Kindes und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern. Die Tabelle ist dabei eine unterhaltsrechtliche Leitlinie und kein Gesetz.

Die Zahl aus der Tabelle beantwortet deshalb ebenfalls nicht die Frage: Was kostet dieses konkrete Kind in dieser konkreten Familie?

Ein Kind kostet nicht jeden Monat dasselbe

Genau hier beginnt das Problem mit einer einzigen Durchschnittszahl.

Im Januar können vielleicht 80 Euro für Kleidung anfallen.

Im Februar steht die Klassenfahrt an.

Im März wird das Fahrrad repariert.

Im April ist vielleicht ein neuer Fußballverein fällig.

Im Sommer kommen Ferien, Ausflüge und Urlaub dazu.

Im Herbst braucht das Kind neue Schuhe und eine Jacke.

Und im Dezember kommen Weihnachtsgeschenke hinzu.

Eine Familie mit einem fünfjährigen Kind hat andere Ausgaben als eine Familie mit einem zwölfjährigen Kind. Ein Teenager verursacht andere Kosten als ein Grundschulkind. Ein Kind mit einem aufwendigen Hobby hat andere Ausgaben als ein Kind ohne Verein oder Sport.

Auch Wohnsituation, Schulform, Entfernung, Betreuungsbedarf und regionale Lebenshaltungskosten können eine Rolle spielen.

Deshalb ist die Frage nach den tatsächlichen Kosten eines Kindes viel komplizierter, als es zunächst scheint.

Die Rechnung der Mutter

Stellen wir uns eine Mutter vor, bei der das Kind überwiegend lebt.

Sie erlebt die Kosten des Alltags unmittelbar.

Jeden Morgen Frühstück. Schule. Kleidung. Mittagessen. Hausaufgaben. Arzttermine. Elternabende. Hobbys. Fahrten. Einkäufe.

Wenn die Schuhe zu klein sind, müssen neue her.

Wenn das Kind krank ist, muss jemand zu Hause bleiben.

Wenn die Schule Geld für eine Klassenfahrt verlangt, muss dieses Geld irgendwo herkommen.

Wenn das Kind einen Geburtstag besucht, braucht es ein Geschenk.

Viele dieser Ausgaben sind klein.

Aber kleine Ausgaben summieren sich.

Und genau deshalb kann ein betreuender Elternteil eine ganz andere Vorstellung davon haben, was ein Kind tatsächlich kostet, als jemand, der vor allem auf den monatlichen Unterhaltsbetrag schaut.

Die Rechnung des Vaters

Jetzt drehen wir die Perspektive um.

Ein Vater zahlt beispielsweise monatlich Kindesunterhalt und sieht sein Kind regelmäßig.

Wenn das Kind bei ihm ist, entstehen ebenfalls Kosten.

Es braucht Essen. Kleidung. Pflegeprodukte. Freizeit. Vielleicht ein eigenes Zimmer. Spielsachen. Schulmaterial. Fahrradzubehör. Ein Bett. Eine Winterjacke.

Vielleicht fährt der Vater jedes zweite Wochenende mehrere Kilometer, um sein Kind abzuholen und wieder nach Hause zu bringen.

Diese Kosten verschwinden nicht dadurch, dass zusätzlich Unterhalt überwiesen wird.

Sie sind allerdings auch nicht automatisch in voller Höhe vom Tabellenunterhalt abzuziehen.

Genau diese Unterscheidung ist wichtig.

Zwei Haushalte bedeuten nicht automatisch doppelte Kosten

Nach einer Trennung können für ein Kind in beiden Haushalten Ausgaben entstehen. Welche dieser Kosten unterhaltsrechtlich berücksichtigt werden, ist eine andere Frage als die tatsächliche finanzielle Belastung im Alltag. Die persönliche Kostenrechnung eines Elternteils und die rechtliche Unterhaltsberechnung sind deshalb nicht identisch.

Was kostet das Kind beim Vater?

Diese Frage wird besonders interessant, wenn die Betreuung umfangreicher wird.

Ein Vater, der sein Kind nur gelegentlich sieht, hat andere laufende Kosten als ein Vater, bei dem das Kind regelmäßig mehrere Tage pro Woche lebt.

Bei einer umfangreichen Betreuung entstehen zusätzliche Ausgaben für Lebensmittel, Freizeit, Ausstattung und häufig auch Wohnraum.

Gleichzeitig können sich auch bestimmte Kosten zwischen den Haushalten verteilen.

Das Familienrecht berücksichtigt solche Unterschiede nicht mit einer einzigen pauschalen Formel für jede Familie. Bei erheblicher Mitbetreuung können sich allerdings unter bestimmten Voraussetzungen Auswirkungen auf die Unterhaltsberechnung ergeben.

Damit wird eine Frage immer wichtiger:

Wenn beide Eltern tatsächlich erhebliche Teile des Alltags übernehmen, sollte dann auch die finanzielle Verantwortung stärker an dieser tatsächlichen Betreuung ausgerichtet werden?

Was kostet ein Kind wirklich?

Vielleicht ist genau das die Frage, die bisher zu selten gestellt wird.

Nicht: „Wie viel steht in der Tabelle?“

Sondern:

Was kostet dieses Kind in dieser Familie tatsächlich?

Was kostet Ernährung?

Was kostet Kleidung?

Was kostet Schule?

Was kostet Freizeit?

Was kostet Mobilität?

Was kostet Wohnraum?

Was kostet Betreuung?

Was kostet Teilhabe?

Und wie verteilen sich diese Kosten zwischen den beiden Eltern?

Auf diese Fragen gibt es keine einfache Antwort.

Aber vielleicht ist genau deshalb eine offene Diskussion darüber notwendig.

Die tatsächlichen Kosten sind nicht dasselbe wie der Unterhaltsbedarf

Eine wichtige Grenze darf dabei nicht verwischt werden.

Wenn eine Familie beispielsweise 900 Euro im Monat für ein Kind ausgibt, bedeutet das nicht automatisch, dass der andere Elternteil 900 Euro Unterhalt zahlen müsste.

Kindesunterhalt funktioniert nicht nach einer einfachen Rechnung „alle tatsächlichen Ausgaben minus Kindergeld gleich Unterhalt“.

Das Unterhaltsrecht berücksichtigt unter anderem den Bedarf des Kindes, die Leistungsfähigkeit der Eltern, die Betreuungssituation und weitere rechtliche Faktoren.

Die tatsächlichen Ausgaben einer Familie sind deshalb nicht automatisch identisch mit dem unterhaltsrechtlich geschuldeten Betrag.

Aber genau hier liegt der interessante Punkt für unsere Frage:

Wie groß ist die Lücke zwischen dem, was ein Kind im Alltag tatsächlich kostet, und dem, was das Unterhaltsrecht als Bedarf zugrunde legt?

Jetzt wollen wir eure Zahlen

Deshalb geht diese Frage heute an euch.

Nicht an Juristen.

Nicht an Gerichte.

Sondern an die Menschen, die jeden Monat einkaufen, Rechnungen bezahlen, Kleidung kaufen, Schulmaterial besorgen und ihre Kinder durch den Alltag begleiten.

Was kostet euer Kind pro Monat wirklich?

Als zahlender Elternteil könnt ihr beispielsweise schreiben:

Wie viel Unterhalt zahlt ihr?

Wie viel gebt ihr zusätzlich aus, wenn euer Kind bei euch ist?

Welche Kosten tragt ihr direkt?

Und was bleibt euch danach?

Als überwiegend betreuender Elternteil könnt ihr schreiben:

Wie hoch sind eure durchschnittlichen monatlichen Ausgaben für das Kind?

Welche Kosten fallen zusätzlich und unregelmäßig an?

Und reicht der Unterhalt zusammen mit dem Kindergeld und eurem eigenen Beitrag aus?

Es muss keine perfekte Rechnung sein

Niemand muss dafür einen vollständigen Jahresabschluss erstellen.

Eine grobe Einschätzung reicht.

Vielleicht sind es 400 Euro.

Vielleicht 600 Euro.

Vielleicht deutlich mehr.

Vielleicht lässt sich die Summe gar nicht genau bestimmen, weil bestimmte Ausgaben nur einmal im Jahr entstehen.

Genau das ist ebenfalls eine wichtige Erkenntnis.

Denn ein Kind ist kein monatlich gleichbleibender Kostenfaktor.

Kindheit lässt sich nicht auf eine einzige Zahl reduzieren.

Was wir aus euren Antworten lernen können

FairBessern sammelt seit Monaten persönliche Erfahrungen, Zahlen und Meinungen rund um das Unterhaltsrecht.

Solche Rückmeldungen sind keine repräsentative wissenschaftliche Studie. Sie können nicht beweisen, wie viel alle Kinder in Deutschland tatsächlich kosten.

Aber sie können zeigen, welche Kosten Eltern selbst erleben und welche Unterschiede zwischen Familien bestehen.

Und genau daraus können neue Fragen entstehen.

Wie realistisch sind die heutigen Annahmen?

Welche Kosten werden besonders häufig unterschätzt?

Welche Kosten tragen Eltern zusätzlich zum Unterhalt?

Wie verändert sich die finanzielle Belastung bei umfangreicher Betreuung?

Und wie müsste ein Unterhaltssystem aussehen, das die tatsächliche Lebenssituation beider Eltern stärker berücksichtigt?

Eine Zahl allein erzählt nicht die ganze Geschichte

Ein Unterhaltsbetrag kann nicht losgelöst von Einkommen, Betreuung, Kindergeld und den übrigen Lebensumständen betrachtet werden. Ebenso wenig lässt sich der tatsächliche finanzielle Aufwand eines Kindes auf einen einzigen offiziellen Monatsbetrag reduzieren.

Und dann kommt die politische Frage

Wenn viele Menschen ihre Erfahrungen teilen, entsteht daraus nicht automatisch eine wissenschaftlich belastbare Statistik.

Aber es kann eine öffentliche Diskussion entstehen.

Und genau diese Diskussion möchte FairBessern mit seiner Petition anstoßen.

Die Frage lautet dabei nicht nur: Wie viel Unterhalt soll gezahlt werden?

Sie lautet auch:

Welche tatsächlichen Kosten eines Kindes sollen bei einem modernen Unterhaltsrecht berücksichtigt werden und wie soll die Verantwortung zwischen beiden Eltern verteilt werden?

Das ist eine politische Gestaltungsfrage.

Eine Antwort darauf kann nicht aus den Kommentaren eines einzigen Beitrags abgeleitet werden. Sie kann aber durch Erfahrungen von Eltern, wissenschaftliche Erkenntnisse, rechtliche Analysen und politische Beratung diskutiert werden.

30.000 Mitzeichnungen schaffen Öffentlichkeit

FairBessern verbindet diese Diskussion mit seiner Petition zur Reform des Unterhaltsrechts.

Für veröffentlichte Petitionen des Deutschen Bundestages gilt seit dem 1. Juli 2024 ein Quorum von 30.000 Mitzeichnungen innerhalb der sechswöchigen Mitzeichnungsfrist, damit die Voraussetzungen für eine öffentliche Beratung im Petitionsausschuss erfüllt sind. Die Regelung gilt auch in der aktuellen Wahlperiode. Der Bundestag berichtet für 2025, dass zehn veröffentlichte Petitionen dieses Quorum erreicht haben. :chatgpt-content-reference{index=“2″}

30.000 Mitzeichnungen bedeuten allerdings nicht automatisch, dass eine Gesetzesänderung beschlossen wird.

Sie schaffen vielmehr die Voraussetzung dafür, dass das Anliegen öffentlich im Petitionsausschuss beraten werden kann.

Genau dort könnte dann auch eine Frage gestellt werden, die über die einzelne Petition hinausgeht:

Was kostet ein Kind in Deutschland tatsächlich und wie sollte diese Realität in einem modernen Unterhaltsrecht berücksichtigt werden?

Jetzt seid ihr dran

Deshalb wollen wir eure Zahlen.

Was kostet euer Kind?

Pro Monat?

Durchschnittlich?

Oder vielleicht einfach aus dem Bauch heraus geschätzt?

Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare.

Als zahlender Elternteil: Unterhalt plus direkte Ausgaben – was gebt ihr tatsächlich aus?

Als überwiegend betreuender Elternteil: Was kostet euer Kind im Alltag und reicht das Geld dafür?

Ihr müsst keinen Namen nennen.

Ihr müsst keine perfekte Rechnung liefern.

Eine grobe Zahl reicht.

Oder ein Satz:

„Es reicht nicht.“

Auch das ist eine Antwort.

Die Frage hinter der Frage

Wir wollen nicht einfach eine neue pauschale Zahl erfinden.

Wir wollen wissen, welche Realität hinter den Zahlen steht.

Was kostet ein Kind wirklich?

Und wie sollte ein Unterhaltsrecht damit umgehen?

Jetzt bei openPetition unterzeichnen →

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