Viele Menschen haben Fragen zu dieser Petition — manche auch Vorbehalte. Das ist völlig verständlich. Hier beantworten wir die häufigsten Fragen offen, sachlich und ehrlich.
01Richtet sich diese Petition gegen Kindesunterhalt?
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Nein — und das ist uns sehr wichtig klarzustellen. Diese Petition richtet sich nicht gegen Kindesunterhalt, nicht gegen Kinder und nicht gegen Mütter. Kinder brauchen Unterstützung, und das stellt niemand in Frage. Was wir kritisieren ist ein System, das den Selbstbehalt unterhaltspflichtiger Eltern so niedrig ansetzt, dass das Existenzminimum unterschritten wird. Wer wirtschaftlich an der Grenze lebt, kann langfristig weniger für sein Kind da sein — emotional wie materiell. Eine faire Reform nützt deshalb allen Beteiligten, besonders den Kindern.
02Ist das eine Petition nur für Väter?
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Nein. Die Petition spricht bewusst und konsequent von unterhaltspflichtigen Elternteilen — unabhängig von Geschlecht oder Familienstand. Es stimmt, dass in der Praxis überwiegend Väter barunterhaltspflichtig sind. Aber das strukturelle Problem betrifft alle: Mütter die Unterhalt zahlen, Eltern in Patchworkfamilien, erkrankte oder arbeitslose Unterhaltspflichtige. Das aktuelle System benachteiligt alle, die mit niedrigem oder mittlerem Einkommen Unterhalt zahlen müssen — unabhängig davon wer sie sind.
03Was hat § 850c ZPO damit zu tun?
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§ 850c ZPO regelt die Pfändungsfreigrenze — also den Betrag der einer Person mindestens verbleiben muss, damit das Existenzminimum gesichert ist. Dieser Betrag liegt für Alleinstehende ohne jede Unterhaltspflicht aktuell bei 1.559,99 €. Der Selbstbehalt für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige hingegen beträgt nur 1.200 € — also 360 € weniger. Das bedeutet: Wer gesetzlich für ein Kind verantwortlich ist, wird vom Staat schlechter geschützt als jemand ohne jede Unterhaltspflicht. Genau diesen Widerspruch adressiert die Petition.
04Schadet eine Reform den Kindern?
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Nein — im Gegenteil. Ein Elternteil der wirtschaftlich überlastet ist, verliert Handlungsspielräume. Er kann weniger am Leben des Kindes teilhaben, Umgangsmöglichkeiten werden eingeschränkt und familiäre Beziehungen leiden. Eine Reform die den Selbstbehalt realitätsnah anhebt sorgt dafür, dass unterhaltspflichtige Eltern wirtschaftlich stabil bleiben — und damit langfristig bessere Eltern sein können. Das Kindeswohl wird durch ein faires System gestärkt, nicht geschwächt.
05Was ist die Düsseldorfer Tabelle und warum ist sie problematisch?
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Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Leitlinie des Oberlandesgerichts Düsseldorf die von nahezu allen deutschen Familiengerichten angewendet wird. Sie legt fest wie viel Unterhalt gezahlt werden muss und was dem Unterhaltspflichtigen als Selbstbehalt verbleibt. Das Problem: Die Tabelle wurde zuletzt nicht angehoben obwohl Miete, Energie und Lebenshaltungskosten deutlich gestiegen sind. Gleichzeitig liegt der Selbstbehalt in den unteren acht von 15 Einkommensstufen unterhalb der gesetzlichen Pfändungsfreigrenze — ein struktureller Widerspruch der dringend korrigiert werden muss.
06Ist das nicht einfach nur Jammern?
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Das verstehen wir — und diese Frage hören wir öfter. Strukturelle Probleme zu benennen ist jedoch kein Jammern, sondern notwendig. Diese Petition basiert ausschließlich auf belegbaren Zahlen aus amtlichen Quellen — der Düsseldorfer Tabelle 2026, der Pfändungsfreigrenze nach § 850c ZPO und Daten des Statistischen Bundesamts. Wer auf Missstände hinweist, die tausende Familien in Deutschland betreffen, der handelt — sachlich, faktenbasiert und lösungsorientiert.
07Wo kann ich die Petition unterzeichnen?
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Du kannst die Petition direkt bei openPetition unterzeichnen — schnell, kostenlos und auf Wunsch anonym. Der Link zur Petition sowie alle Hintergrundinformationen, Fakten und rechtliche Grundlagen findest du auf fairbessern.org. Jede Unterschrift zählt — je mehr Menschen unterzeichnen, desto lauter wird unsere Stimme gegenüber dem Deutschen Bundestag.
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