News  ·  11. April 2026  ·  Allgemein

900 Kilometer Umgangskosten — wenn Nähe zum eigenen Kind unbezahlbar wird

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Viele Eltern kämpfen nicht gegen fehlende Liebe — sondern gegen Entfernung und Kosten

Nach einer Trennung versuchen viele Eltern trotz aller Belastungen, eine enge Beziehung zu ihren Kindern aufrechtzuerhalten. Doch genau das wird im deutschen Unterhaltsrecht oft erschwert statt unterstützt.

Denn wer weit entfernt lebt, trägt die Kosten häufig alleine. Fahrtkosten, Hotels, Verpflegung und Zeitaufwand werden im bestehenden System nur begrenzt berücksichtigt — obwohl genau diese Belastungen entscheidend dafür sind, ob Bindung überhaupt gelebt werden kann.

Und manche Entfernungen sind enorm.

900 Kilometer. Für ein Wochenende.

Wenn Umgang zur finanziellen Belastungsprobe wird

Für viele Menschen klingt das zunächst wie ein Ausnahmefall. Doch solche Geschichten sind längst keine Seltenheit mehr.

Viele getrennte Eltern leben Hunderte Kilometer von ihren Kindern entfernt. Nicht weil sie ihre Kinder weniger sehen möchten. Sondern weil die Realität oft keine andere Möglichkeit lässt.

Wer Unterhalt zahlt und gleichzeitig steigende Lebenshaltungskosten tragen muss, hat häufig kaum finanzielle Spielräume. Ein Umzug näher zum Kind scheitert oft an mehreren Faktoren gleichzeitig:

  • Schufa-Einträge durch laufende Unterhaltstitel
  • fehlendes Geld für eine Kaution
  • hohe Mietpreise
  • fehlende Rücklagen
  • geringe Chancen auf bezahlbaren Wohnraum

Und trotzdem versuchen viele Eltern weiterhin alles, um den Kontakt zu ihren Kindern nicht zu verlieren.

Sie fahren nachts durch Deutschland.
Sie verzichten auf Erholung.
Sie opfern Urlaube und Freizeit.
Sie sparen an sich selbst, um die nächste Fahrt bezahlen zu können.

Umgangskosten werden im Unterhaltsrecht oft kaum berücksichtigt

Genau dort entsteht für viele Betroffene ein Gefühl großer Ungerechtigkeit.

Denn obwohl regelmäßiger Umgang ausdrücklich gewünscht und gesellschaftlich wichtig ist, berücksichtigt das Unterhaltsrecht die tatsächlichen Umgangskosten oft nur eingeschränkt.

Die Unterhaltslast bleibt häufig nahezu unverändert bestehen — unabhängig davon, wie hoch die realen Kosten für die Besuche tatsächlich sind.

Dabei entstehen schnell erhebliche Summen:

  • Benzinkosten
  • Bahn- oder Flugtickets
  • Verpflegung unterwegs
  • Übernachtungen
  • zusätzliche Fahrtkosten vor Ort

Gerade bei großen Entfernungen wird der regelmäßige Umgang dadurch für viele Eltern zu einer enormen finanziellen Belastung.

Bindung braucht Zeit — und Möglichkeiten

Was bei vielen Diskussionen vergessen wird: Umgang bedeutet nicht nur Organisation. Umgang bedeutet Beziehung.

Kinder brauchen gemeinsame Erinnerungen. Gemeinsame Gespräche. Gemeinsamen Alltag. Nähe entsteht nicht allein durch Unterhaltszahlungen — sondern durch echte Zeit miteinander.

Und genau diese Zeit kostet im aktuellen System oft enorme Kraft.

Viele Eltern nehmen stundenlange Fahrten auf sich, nur um wenige gemeinsame Tage mit ihrem Kind verbringen zu können. Nicht aus Pflichtgefühl. Sondern weil sie ihre Rolle als Mutter oder Vater ernst nehmen.

Doch ein System, das diese Bemühungen finanziell kaum anerkennt, sendet ein problematisches Signal.

Denn Bindung darf nicht davon abhängen, ob sich jemand regelmäßige Fahrten überhaupt leisten kann.

Wenn finanzielle Belastung Nähe verhindert

Besonders schwierig wird die Situation, wenn Eltern irgendwann an ihre finanziellen Grenzen geraten.

Dann entstehen Fragen, die niemand beantworten möchte:

  • Kann ich mir die nächste Fahrt noch leisten?
  • Muss ich Umgang reduzieren, weil das Geld fehlt?
  • Wie lange halte ich diese Belastung noch durch?

Und genau dort beginnt etwas Gefährliches: Nicht fehlende Liebe trennt Eltern und Kinder voneinander — sondern wirtschaftlicher Druck.

Das widerspricht eigentlich dem Ziel eines modernen Familienrechts.

Denn ein gerechtes System müsste alles dafür tun, stabile Bindungen zwischen Kindern und beiden Elternteilen zu fördern.

Umgangskosten müssen endlich realistischer berücksichtigt werden

Genau deshalb fordert die Petition eine stärkere Anerkennung von Umgangskosten im Unterhaltsrecht.

Wer Verantwortung übernimmt und trotz großer Entfernung regelmäßig für sein Kind da ist, darf dadurch nicht zusätzlich finanziell bestraft werden.

Denn Bindung ist kein Luxus.
Keine freiwillige Zusatzleistung.
Und kein Privileg für Menschen mit hohem Einkommen.

Bindung ist ein zentraler Teil des Kindeswohls.

Ein modernes Unterhaltsrecht sollte genau das unterstützen — statt Eltern durch starre finanzielle Belastungen voneinander zu entfernen.

Auf fairbessern.org bündeln wir diese Stimmen. Denn längst zeigt sich: Das sind keine Einzelfälle mehr.

👉 Jetzt Petition unterzeichnen — René

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