Es kursieren gerade Inhalte in sozialen Netzwerken die Väter die das Wechselmodell fordern mit einem Fragenkatalog konfrontieren: Kennst du den Lieblingslehrer deines Kindes? Weißt du wer seine besten Freunde sind? Welche Allergien hat dein Kind?
Die Fragen selbst sind nicht falsch. Jeder engagierte Elternteil sollte viele davon beantworten können.
Aber sie stellen sich in einem Kontext der einen entscheidenden Hintergrund vollständig ausblendet — und genau das macht sie problematisch.
Was ist wenn ein Vater diese Dinge wissen will — aber keine Informationen bekommt? Wenn Elternbriefe nicht weitergegeben werden. Wenn Arztbesuche nicht kommuniziert werden. Wenn der Vater beim letzten Elternabend nicht eingeladen wurde weil er gar nicht wusste wann er stattfindet?
Was ist wenn der Umgang seit Monaten erschwert oder verhindert wird — und der Vater deshalb schlicht nicht die Möglichkeit hatte den Alltag seines Kindes zu erleben?
Was ist wenn das Kind selbst beide Elternteile in seinem Leben haben will — und seine Stimme in diesem Fragenkatalog nirgendwo vorkommt?
Das Wechselmodell fordert kein perfektes Wissen. Es fordert die Möglichkeit dabei zu sein. Im Alltag. Beim Zähneputzen. Bei den Hausaufgaben. Bei dem Moment nach der Schule wenn das Kind erzählt was passiert ist.
Wer Vätern vorwirft zu wenig zu wissen muss sich fragen lassen: Hat das System ihnen jemals die Chance gegeben mehr zu wissen?
Engagement zu fordern ohne die strukturellen Hindernisse zu benennen die Engagement verhindern ist keine Lösung. Das System muss Väter einlassen — nicht ausladen.
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